Nov 22
Kleine Galerie präsentiert Die Ausstellung „Für Gerda Fassel” PDF Печат Е-поща
Автор: Silvie Aigner; artnovini.com   
Сряда, 07 Октомври 2015г. 19:08ч.

Gerda Fassel im Das Atelier. Foto: © kleine galerieWIEN. Die kleine galerie (Kundmanngasse 30, 1030 Wien) zeigt ab 7. Oktober 2015 Arbeiten von Gerda Fassel, Monika Verhoeven und Robert Schmitt (1924-1990). Die Ausstellung Für Gerda Fassel ist bis Donnerstag, den 15.10.2015 zu sehen. Gerda Fassel ist eine herausragende österreichische Bildhauerin, die auch von 1996 - 2006 die Meisterklasse für Bildhauerei an der Universität für angewandte Kunst in Wien leitete und so eine Generation junge Künstler und Künstlerinnen prägte.

Bei Gerda Fassel steht die weibliche Figur im Mittelpunkt ihres Schaffens. Meist in Form draller Weiblichkeit, oft als Torso gestaltet, entsprechen ihre Figuren selten dem Ideal, denn „dem Gefälligen zu misstrauen ist Gerda Fassel Maxime. Oft zeigen ihre Frauentorsi aufgrissene Bruchstellen und weisen so auch auf die Verletzlichkeit des Menschen hin. Gerda Fassel hat sich in ihrem Werk nie an den Zeitgeist orientiert, sondern stets an ihrer eigenen Wahrnehmung von Körperlichkeit.

Ein Werk von Monika Verhoeven. Foto: © kleine galerieMonika Verhoeven ist eine großartige Bildhauerin, die auch von Gerda Fassel sehr geschätzt wird, wie aus der nachfolgenden Werkbeschreibung hervorgeht.

„Ihr Zuhause ist der primäre’ Raum, er gibt ihr Bodenhaftung für das Werk. Das Werk braucht das Material, ist das Material - preist es, indem es in ihm seine widersprüchliche Einheit entfaltet.

Ihre Arbeiten unterliegen keiner Vorgabe oder einem Idealbild, sondern nur der gesammelten Erfahrungen - haptisch, raumgreifend, ihren eigenen Gesetzen folgend.

Robert Schmitt war ein Maler, der von vielen geschätzt, aber selbst selten zufrieden war. In der Kunst Kompromisse zu schließen, war für ihn undenkbar und so hatte er zeitlebens einen Brotberuf, um in der Kunst frei zu sein.

Er war neuen Zeitströmungen aufgeschlossen, doch stets machte er daraus etwas Eigenes daraus. In Anlehnung an den Kubismus hat er, seinem Wunsch nach plastischer Erfassung eines Gegenstandes folgend, seine Multiplanperspektive geschaffen.

Er hat immer wieder experimentiert um zu einer noch intensiveren sinnlichen Wahrnehmung zu gelangen und blieb dabei doch der ursprünglichen Auffassung der Malerei treu, ein Ding - mittels Farben und Formen - in seiner Dinghaftigkeit auf die Leinwand zu bringen.

In dieser Ausstellung sehen Sie von ihm 2 Porträtgemälde, welche Gerda Fassel zeigen, sowie ein Aktgemälde.

Einen Einblick in die Malweise Robert Schmitts gibt uns E. Krais:

„Er malt ein Porträt, und wenn man es am nächsten Tag sehen will, hat er das Gesicht mit Weiß aufgerissen und zerlegt, und dabei ist zu seiner Überraschung und zu der des Betrachters auf einmal ein heftiger Klang entstanden, ein aufregender Schwung und er weiß, jetzt ist es fertig und gut.

(Auszug aus einem Katalogtext
von E. Krois anlässlich
einer Ausstellung in der Wiener Secession 1984)

Foto: © artnovini.com* * *

Gerda Fassel:
Ein Leben für die Kunst

Autor: Silvie Aigner

Die Kleine Galerie präsentiert am 7. Oktober Ausschnitte aus dem Werk der österreichischen Bildhauerin Gerda Fassel. Sie leitete als erste Professorin - in der Nachfolge Alfred Hrdlickas (1928-2009) - von 1996 bis 2006 die Meisterklasse für Bildhauerei am Institut für bildende Kunst an der Hochschule/Universität für angewandte Kunst in Wien - und brach damit in eine künstlerische Domäne ein, die bislang von Männern dominiert war. Durch ihr Werk und ihre Lehre prägte sie eine Generation junge Künstler und Künstlerinnen.

1941 in Wien geboren, studierte sie jedoch zunächst abstrakte Malerei unter anderem bei Hans Staudacher (1923). Doch bereits in den frühen 1960er Jahren wurde die Skulptur zu jenem Medium mit dem sich die Künstlerin nachhaltig in die österreichische Gegenwartskunst einschrieb. Von 1962 bis 1965 studierte sie Bildhauerei an der Art Students League in New York bei Jose De Creeft (1884-1982). Unter dem Einfluss von Concept Art und Minimalismus stand das Experimentieren innerhalb des Non-Figurativen im Mittelpunkt, weit mehr als das Material selbst. Diese Erfahrungen führten letztlich dazu, dass sie sich in der Folge mit großer Überzeugung ausschließlich der menschlichen Figur widmete, sowohl als konzeptuelles Thema als auch als formales Motiv. Von 1968 bis 1972 setzte sie ihr Bildhauerstudium in Wien bei Hans Knesl (1905-1971) und Wander Bertoni (1925) fort.

Die weibliche Figur kann als das Hauptthema
der Künstlerin bezeichnet werden,

zumeist als prägende Erscheinungen, voluminös und raumgreifend und vorwiegend als Torso gestaltet. Ihre Figuren entsprechen nicht den Ideal des Körpers folgen jedoch ihrem Postulat „dem Gefälligen zu misstrauen (Gerda Fassel) im Kontext einer gesellschaftlichen Konnotierung und Zuschreibung. Ihre weiblichen Torsi zeigen aufgerissene Bruchstellen sowie Risse und Schnitte in der Bronzeoberfläche. Neben der formalen Qualität stehen diese auch für die Verletzlichkeit des Menschen. Die räumliche Präsenz ihrer klar formulierten Skulpturen sowie die bewegte Bronzeoberfläche verleihen ihren Arbeiten eine besonders eindrückliche inhaltliche Prägnanz. Viele ihrer Ganzkörperfiguren stehen auf Zehenspitzen und streben in die Höhe, eingebunden zwischen „Wünschen und Können (Henriette Horny) Gerda Fassels Bedeutung innerhalb der österreichischen Gegenwartskunst ist nicht hoch genug einzuschätzen.

Ihr Werk hat sich nie an den zeitgeistigen Moden orientiert

und besticht durch Eigenständigkeit, Eigensinn und Konsequenz in einem Bekenntnis zum Material und zur Skulptur als Medium von umfassender Ausdruckskraft. Zudem formulierte sie als Frau das Thema des weiblichen Körpers und zeigt diesen schonungslos und offen, nicht aus dem Blickwinkel des Mannes oder voyeuristisch sondern auch als Gegengewicht zur allgemein üblichen gesellschaftlichen Wahrnehmung figurativer Skulptur.

Gerda Fassels Werk wurde in zahlreichen in- und ausländischen Ausstellungen gezeigt und u.a. mit dem Theodor Körner-Preis (1981), dem Preis der Stadt Wien für bildende Kunst (1982), dem Wiener Festwochenpreis für Plastik (1983), dem Österreichischen Staatsstipendium für bildende Kunst (1984) und dem Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse (2001) ausgezeichnet. Ihr Werk ist zeitlos und auch im Kontext eines zeitgenössischen Skulpturenbegriffs höchst brisant. Die Haptik des Materials und die Präsenz des Körperlichen haben, so ist Gerda Fassel überzeugt, bis heute nichts an Aktualität verloren. Im Gegenteil, die Künstlern sieht das Figurative als unverzichtbare Begrenzung" zur Wahrnehmung formaler Bezüge und Aussagen.

* * *

Biografien

Gerda Fassel am 14. August 1941 in Wien geboren.

1955/58 kaufmännische Lehre;
1958/62 vorwiegend im kaufmännischen Beruf tätig;
1960/61 Besuch der Wiener Kunstschule (Abstrakte Malerei bei Hans Staudacher);
1962/65 Aufenthalt in USA (Florida, New York) Arbeiten in Hotel - und Restaurantbetrieben;
1964/65 Studium an der Art Students' League (Bildhauerei bei Jose De Creeft), New York;
1965/68 Maturaschule, Externistenmatura;
1968/72 Studium an der Akademie/Hochschule für angewandte Kunst
              (Bildhauerei bei Hans Knesl und Wander Bertoni), Wien;
1972 Diplom in Bildhauerei (Magisterium der Künste) freischaffende Bildhauerin;
1981 Theodor Körner-Preis Arbeitsstipendium der Stadt Wien Förderungsbeitrag des Wiener Kunstfonds;
1982 Preis der Stadt Wien;
1983 Wiener Festwochen-Preis für Plastik;
1984 Österreichisches Staatsstipendium für bildende Kunst;
1986 Arbeitsstipendium des Österreichischen Bundesministeriums für Unterricht und Kunst
1991 Gründungsmitglied des Wiener Kunstvereins Figur (1991-1996);
1996/98 Gastprofessur für Bildhauerei an der Hochschule für angewandte Kunst, Wien;
1998/06 Ordinariat für Bildhauerei an der Hochschule/Universität für angewandte Kunst, Wien;
2001 Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst.

* * *

Monika Verhoeven lebt und arbeitet in Wien. Sie kam am 7. November 1941 in Graz zur Welt.

1962/68 Studium an der Akademie für angewandte Kunst in Wien
              (dekorative Gestaltung und Textil bei Margarethe Rader-Soulek)
1968 Diplom Preis des Bundesministeriums für Unterricht
1985 Beginn der bildhauerischen Arbeit
1991/96 Gründungsmitglied des Wiener Kunstvereins Figur
2000/06 Lehrauftrag (Bildhauerei) an der Universität für angewandte Kunst in Wien
2002 Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst.

Robert Schmitt, Porträt der Gerda Fassel. Foto: © kleine galerie* * *

Robert Schmitt am 20. April 1924 in Wien geboren.

1945 Eintritt in die Akademie der bildenden Künste in Wien, Meisterklasse für Malerei,
         Prof. R. C. Andersen und Abendakt Prof. H. Boeckl;
1948 Kriegsdienst Verlassen der Akademie aus finanziellen Gründen;
1951 Mitglied der Künstlergruppe „Der Kreis”;
1964 Gründung der Galerie „Autodidakt”;
1966 Mitglied des Salzburger Kunstvereins;
1966/67 Gastprofessor am Brighton College of Art, England;
1969 Volksbildungspreis des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst;
1971 Verleihung des Berufstitels Professor;
1973/74 Lehrbeauftragter an der Hochschule für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz;
1974 Referent für bildende Kunst im Kulturamt der Stadt Wien bis 1984;
1977 Mitglied der Wiener Secession;
1990 am 9. März in Wien verstorben.

Joomla Templates and Joomla Extensions by ZooTemplate.Com
Последна промяна от Сряда, 07 Октомври 2015г. 19:39ч.