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Übergabe der Sammlung Essl an die Albertina - Sternstunde in der Geschichte des Museums PDF Печат Е-поща
Автор: artnovini.com   
Петък, 17 Февруари 2017г. 09:14ч.

Prof. Dr. Klaus Albrecht Schröder (l), Direktor der Albertina, und Prof. Karlheinz Essl (r). Foto: albertina.at Zugleich ist die Übernahme einer der größten Privatsammlungen zeitgenössischer Kunst ein Meilenstein in der Geschichte der österreichischen Bundesmuseen.

WIEN. Die Sammlung Essl wird mit dem heutigen Tag (am 16. Februar) offiziell der Albertina Wien übergeben. Damit beginnt ein neues Kapitel nicht nur in der Geschichte der Sammlung Essl, sondern auch in der Geschichte der Albertina. Zugleich ist die Übernahme einer der größten Privatsammlungen zeitgenössischer Kunst ein Meilenstein in der Geschichte der österreichischen Bundesmuseen, die Webseite albertina.at hat gemeldet.

Mit über 6000 Werken zählt die Sammlung Essl weltweit zu den größten Privatsammlungen zeitgenössischer Kunst. Werkblöcke u. a. von Karel Appel und Arnulf Rainer, Franz West und Georg Baselitz, Maria Lassnig und Alex Katz, Erwin Wurm und Anselm Kiefer, VALIE EXPORT und Cindy Sherman sowie Fotografien von Andreas Gursky bis Candida Höfer prägen den einzigartigen Reichtum und das Profil dieser Sammlung.

2014 drohte die Sammlung in die wirtschaftlichen Turbulenzen der Essl-Unternehmensgruppe zu geraten. Noch im selben Jahr konnte die Sammlung Essl unter Mitwirkung von Dr. Hans Peter Haselsteiner in eine neue Besitzgesellschaft eingebracht und damit in ihrer Existenz gesichert werden. Nun erfolgt mit der Dauerleihgabe (bis 2044) der Sammlung Essl an die Albertina die Übergabe an ein österreichisches Bundesmuseum.

„Mit dieser zukunftsweisenden Kooperation ist die Sammlung Essl für Österreich! gesichiert. Die bedeutendsten Werke zeitgenössisch/er österre/'chiischier und internationaler Kunst ergänzen die Sammlungen der Bundesmuseen auf einzigartige Weise. Das ist ein Gewinn für die Kunst und ein Gewinn für die Republik Österreich”, so Kulturminister Thomas Drozda.

„Mit der Albertina haben wir einen idealen Partner für die Zukunft der Sammlung gewonnen. Die Albertina ist ein Museum von Weltrang. Dank dieser Zusammenarbeit werden die Menschien auch) in Zukunft die Werke der Sammlung Essl sehien können”, freut sich Prof. Karlheinz Essl.

„Ich bin sehr zufrieden und glücklich, dass wir mit der Albertina einen verlässlichen und kompetenten Partner für unsere Sammlung gefunden haben”, kommentiert Dr. Hans Peter Haselsteiner.

Prof. Dr. Klaus Albrecht Schröder: „Heute ist eine Sternstunde in der über 200-jährigen Geschichte der Albertina. Mit dieser Übergabe der Sammlung Essl an die Albertina wird für mich ein völlig neues Kapitel in der Geschichte dieses traditionsreichen Museums ebenso wie in der Geschichte der zeitgenössischen Kunst in Österreich aufgeschlagen.”

Das Essl Museum war im Juli 2016 geschlossen. Mit über 6000 Werken zählt die Sammlung Essl weltweit zu den größten Privatsammlungen zeitgenössischer Kunst. Foto: © artnovini.comStimmen aus der Kunstwelt
zur Übergabe der Sammlung Essl
an die Albertina

Georg Baselitz:

„Ich bin der Sammlung Essl seit vielen Jahren eng verbunden - ebenso wie der Albertina. Dass nun diese beiden großen Sammlungen unter dem Dach der Albertina zusammengeführt werden, ist für mich geradezu ein Glücksfall: Ich glaube, das gilt für viele Künstler und Künstlerinnen, die in der Sammlung Essl vertreten sind. Ich habe stets an Wien geglaubt und war sicher, man wird eine optimale Lösung für die Sammlung Essl finden.”

Max Hollein, Direktor Fine Arts Museum of San Francisco:

„Die Sammlung Essl ist nicht nur ein bedeutender Teil österreichischer Sammlungsgeschichte, sondern auch eine wichtige Repräsentation wesentlicher Entwicklungen des internationalen Kunstgeschehens der letzten Jahrzehnte. Diese nicht in Österreich zusammenzuhalten oder permanent zugänglich zu machen, wäre ein großer Verlust gewesen. Es ist ein großes Glück für die Öffentlichkeit, dass das Ehepaar Essl sich in dieser Form fortwährend engagiert hat und dass nun die Albertina der Sammlung auf Dauer eine neue und adäquate Heimat bietet. Integriert und im Dialog mit den hochbedeutenden Beständen der Albertina entsteht eine spannende Fortsetzung und wichtige Erweiterung einer großen Sammlungs- und Kunstgeschichte.”

Eva Schlegel:

„Ich bin begeistert! Die Entscheidung, die größte Sammlung österreichischer Nachkriegskunst im internationalen Kontext der Öffentlichkeit zu erhalten, ist für uns Kunstschaffende eine Sternstunde kulturpolitischer Weitsicht. Die Erhaltung dieses bedeutenden Archivs der Kunst durch Integration in eines der wichtigsten Häuser garantiert die Permanenz, das Vorbild und die Sichtbarkeit. Meine herzlichste Gratulation allen Entscheidungsträgern!”

Erwin Wurm:

„Mit dem Besitz dieser Sammlung katapultiert sich die Albertina in die erste Riege der Museen zeitgenössischer Kunst. Es war mir immer klar, dass die Kunst unserer Zeit in der Bundeshauptstadt Wien mehrere Big Player vertragen würde. Diese Übergabe der Sammlung Essl an die Albertina ist auch politisch für mich ein mutiges Bekenntnis zur Gegenwartskunst.”

Die Vorgeschichte der Sammlungsübergabe
an die Albertina

2014 drohte die Sammlung in die wirtschaftlichen Turbulenzen der Unternehmensgruppe der Familie Essl zu geraten. Noch im selben Jahr konnte die Sammlung Essl unter Mitwirkung von Dr. Hans Peter Haselsteiner in eine neue Besitzgesellschaft eingebracht und damit in ihrer Existenz gesichert werden.

Da im Juli 2016 das Essl Museum geschlossen werden musste, ist diese kapitale, mehr als 6000 Werke zählende Privatsammlung seit damals aus der Öffentlichkeit verschwunden.

Die beiden Eigentümer Prof. Karlheinz Essl und Dr. Hans Peter Haselsteiner haben einen Weg gesucht, der nicht bloß die Zukunft der Sammlung sichert, sondern diese vor allem auch der Öffentlichkeit zugänglich macht. Mit Direktor Prof. Dr. Klaus Albrecht Schröder und der Albertina wurde dieser ideale Partner früh gefunden. Nun erfolgt nun mit der Übernahme der Sammlung Essl durch die Albertina ihre Übergabe an ein österreichisches Bundesmuseum.

Die Sammuung Essl in der Albertina

In einem ersten Schritt wird die Sammlung Essl der Albertina vorerst als Dauerleihgabe bis 2044 übergeben. Sämtliche Rechte - von der Präsentation bis zur Verleihung und Publikation -gehen an die Albertina über: Sie ist in allen museologischen Entscheidungen vollkommen unabhängig und frei. Im Gegenzug übernimmt die Albertina die Verpflichtung, die Sammlung konservatorisch optimal zu verwahren, angemessen zu zeigen und wissenschaftlich weiter zu bearbeiten.

Die kommenden sechs Monate werden zuerst vorrangig dazu genutzt, die Sammlung Essl vollständig in die Sammlungsstruktur der Albertina zu integrieren. Sie wird dafür zur Gänze in die Online-Sammlungen der Albertina aufgenommen.

„Unser Ziel ist, bis Ende 2017 etwa 5000 Werke in der Datenbank der Albertina online zugänglich zu machen. In einem zweiten Schritt werden wir geeignete Maßnahmen ergreifen, um diese kapitale nationale wie internationale Sammlung bestmöglich zu zeigen”, erklärt Prof. Dr. Klaus Albrecht Schröder.

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Последна промяна от Събота, 18 Февруари 2017г. 21:11ч.